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Eine Veranstaltung von Kulturraum Kall e.V., Kall
Eine kleine Skizze
Müheloses Timing zwischen Astrid Günther's Lesen ihrer poetischen Miniaturen und Berthold Matschat's inspirierten und inspirierenden musikalischen Miniaturen – sie erhöhten sich gegenseitig auf sehr subtile, innige Weise.
Astrid Günther las vollkommen fokussiert ihre KIESELWORTE, leise, zornig, wie gehaucht, eruptiv - ohne auch je nur den Anflug von Attitüde. Und sie trug vor mit einer traumwandlerischen Sicherheit für das Zeitmaß – vor allem für die Stille. So, wie sie ihre Gedichte schweigend ausklingen ließ, ließ sie auch Berthold Matschat's musikalischen Miniaturen genau deren Zeit des schweigenden inneren Nachklingens.
Wenn sie gemeinsam vortrugen, entstand ein dichtes Gewebe von Klangfarben, jedes für sich und zugleich in fraglos gegenseitigem Bezug: aufeinander hörend, einander zuhörend...
Gestützt, getragen, gehalten, verbunden von der Stimmung, die Vera Tüns' Kalligraphien ausstrahlen: Jede der zehn Arbeiten war auf ein eigenes, manchmal winzig schmales Podest aufgestellt entlang den Rändern der „Dachkammer", unregelmäßig, nur der Ästhetik folgend. Sie sind ja so leise, diese feinen, feinsinnigen Kalligrafen von den KIESELWORTEN. Sie sind so leise und dabei so intensiv wirksam...Denn um die malerische Verdichtung des Gedichts betrachten zu können und um seine kalligraphische Umsetzung lesen zu können, ist der Betrachter gezwungen, ganz nah zu kommen – und schon hat er den bannenden Zaubergarten von Vera Tüns betreten, murmelt leise vor sich hin die Zeilen des Gedichts, verwebt es im Hin-und Her des Blickens mit den zugehörigen Bild.
Umfangen von diesem leisen Zauberkreis der Bilder von Vera Tüns konnte sich ganz leicht die Poesie der KIESELWORTE der Astrid Günther und der musikalischen Miniaturen des Berthold Matschat entfalten –
Eben:
EIN MORGEN VOLLER POESIE!
Kali, den 15. Dezember 2010
Dr. Elisabeth Geschwind
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